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The Ninth Age / The Old World / Warhammer Fantasy

Öffentlich·5 Feldherren

Marlie

Blood Angel

Custodes

The Old World: Gefechtsmarsch, vielleicht genau der Einstieg, den das System braucht

Mit Gefechtsmarsch bekommt Warhammer: The Old World ein kompakteres Spielformat für kleinere Armeen zwischen 400 und 750 Punkten. Die Grundidee klingt erst einmal recht angenehm: weniger Modelle, weniger Platzbedarf und kürzere Partien – aber weiterhin Regimenter, Flankenangriffe und das ganze taktische Herumschieben, für das The Old World steht.

Games Workshop spricht davon, dass sich damit an einem Nachmittag auch mehrere Spiele ausgehen sollen. Dazu kommen eigene Armeezusammenstellungen und neue Sets für verschiedene Fraktionen. Die Boxen wirken dabei nicht wie drei zufällig zusammengestellte Einheiten, sondern eher wie kleine, halbwegs vollständige Streitkräfte mit Infanterie, Charaktermodellen und mobilen Elementen.


Gerade für Neueinsteiger könnte das recht interessant sein. Eine kleine Armee ist schneller gebaut, schneller bemalt und deutlich weniger einschüchternd als gleich ein kompletter 2.000-Punkte-Block aus Infanterie, Kriegsmaschinen und Zeug, das seit 1998 im Schrank auf seine Rückkehr wartet.


Klein heißt offenbar nicht automatisch simpel

Spannend wird Gefechtsmarsch aber nicht nur durch die kleineren Armeen, sondern auch durch die zusätzlichen Regeln.

Das Battle March General’s Companion bringt unter anderem sekundäre Missionsziele, Versorgungskarren, zufällige Ereignisse, Wettereffekte und eigene magische Gegenstände ins Spiel. Da können plötzlich Vorräte geschützt, Schatztruhen zerstört oder Söldner angeworben werden. Im Wald wartet eventuell sogar ein schlecht aufgelegter Troll.

Also eigentlich eh ein ganz normaler Ausflug in die Alte Welt.


Gerade diese Elemente könnten dafür sorgen, dass sich kleinere Spiele nicht einfach wie eine geschrumpfte Version einer normalen Schlacht anfühlen. Statt zwei kleine Blöcke frontal ineinanderzuschieben, gibt es zusätzliche Aufgaben und Situationen, auf die man reagieren muss.


Auf der anderen Seite stellt sich natürlich die Frage, wie gut The Old World bei so wenigen Punkten tatsächlich funktioniert. Manche Armeen brauchen Platz und Masse, andere profitieren stark von schnellen Einheiten, Monstern oder Magie. Bei 500 oder 600 Punkten kann ein einzelner schlechter Wurf schon ordentlich reinhauen.


Vielleicht doch mein Einstieg in The Old World

Für mich persönlich ist Gefechtsmarsch auch deshalb interessant, weil mein erster Anlauf mit The Old World eher kurz ausgefallen ist.

Ich hatte bereits angefangen, eine Zwergenarmee aufzubauen, also grundsätzlich beste Voraussetzungen: Bärte, Schilde und eine gesunde Abneigung gegen jede Form von Bewegung.


Beim Grundregelbuch war bei mir dann aber recht schnell die Luft draußen. Nach dem sehr guten und übersichtlichen Regelbuch von Age of Sigmar 4.0 hat sich das Regelwerk von The Old World für mich unnötig sperrig angefühlt.


Wichtige Regeln standen teilweise weit voneinander entfernt. Beim Kanonenschuss war ich etwa gefühlt auf einer kleinen Bildungsreise durchs Buch unterwegs, nur um eine einzelne Aktion sauber abzuhandeln. Dazu kamen Texte, die oft ausschweifender als prägnant waren.


Ich war mehr mit Blättern als mit Spielen beschäftigt. Vermutlich loregerecht für Zwerge, aber halt nicht besonders motivierend.

Darum habe ich das System damals wieder zur Seite gelegt.

Vielleicht ist Gefechtsmarsch genau die bessere Einstiegsschneise: kleinere Armeen, überschaubarere Spiele und hoffentlich genug Raum, die Grundmechaniken nach und nach zu lernen. Wenn das funktioniert, könnte man darauf später gut aufbauen – und meine Zwerge müssten ihre Karriere nicht dauerhaft in der Vitrine verbringen.


Einstiegssystem oder eigenes Spielformat?

Für Neueinsteiger könnte Gefechtsmarsch eine brauchbare Brücke sein. Weniger Modelle bedeuten weniger Aufwand und vermutlich auch weniger Situationen, in denen man gleichzeitig fünf Sonderregeln, drei Formationen und zwei Seitenverweise im Kopf behalten muss.


Für bestehende Spieler ist das Format womöglich sogar noch spannender. Man könnte eine neue Armee anfangen, ungewöhnliche Einheiten ausprobieren oder an einem Abend mehrere Partien spielen, ohne dafür gleich einen halben Tag für Aufbau, Spiel und Abbau einzuplanen.


Ob daraus ein dauerhaft beliebtes Format wird, hängt für mich vor allem von drei Dingen ab:

  • Wie ausgewogen sind die einzelnen Armeen?

  • Entwickelt Gefechtsmarsch genug eigene Identität?

  • Und schafft es das Format tatsächlich, den Einstieg in The Old World leichter zu machen?


Denn kleiner bedeutet nicht automatisch einfacher. Wenn die Regeln weiterhin über mehrere Kapitel verstreut sind, hilft auch eine 500-Punkte-Armee nur bedingt.


Trotzdem: Für mich ist Gefechtsmarsch wahrscheinlich die erste echte Gelegenheit, The Old World noch einmal eine Chance zu geben.


Wie seht ihr das?


Ist Gefechtsmarsch genau das kompakte Format, das The Old World gebraucht hat?


Oder lebt das Spiel für euch gerade von den großen Regimentern und langen Schlachten?


Und glaubt ihr, dass kleinere Spiele wirklich einen leichteren Einstieg bieten, oder ist das eigentliche Hindernis weiterhin das Grundregelwerk?


LG Marlie

46 Ansichten
Morvael
Morvael
vor 5 Tagen

Lange Schlachten und grosse Regimenter sind mMn nicht unbedingt von Vorteil, daher begruesse ich den Spielmodus. In kleineren Spielen ist meiner Erfahrung nach weniger zu beachten als in grossen Spielen und werden den Einstieg definitiv erleichtern.

Feldherren

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