Taktik Plunder by Lukas
- Lukas Arnold
- vor 7 Stunden
- 6 Min. Lesezeit
Take aways aus dem “Great Weil Battle” MESBG Turnier
In diesem Artikel möchte ich eine taktische Nachbetrachtung meiner drei Spiele am MESBG Turnier in Großweil vom vergangenen Wochendende festhalten. „The Great Weil Battle“ fand in der großartigen Location des „Raddadel Tabletop Shop“ statt. Wirklich eine super Turnier-Location!
Das Turnier bestand aus zwei kleinen und einem großen Spiel mit 526 bzw. 726 Punkten. Jeder Spieler brachte eine Armee in beiden Punktgrößen. Meine Wahl fiel auf „The Reclamation of Osgiliath“.

Meine Listen waren darauf ausgelegt, trotz des 200P-Helden auf möglichst viele Modelle zu kommen, weshalb Faramir auch erst in der großen Liste mitmischen durfte. Ich habe mich aus dem Grund auch bewusst dagegen entschieden Kavallerie oder ein Pferd für Boromir ("BigBo") mitzunehmen (bei ihm auch, weil ich immer verleitet bin einen berittenen Boromir zu weit vorzubewegen um Angriffsboni zu bekommen – das sollte dieses mal nicht passieren. BigBo war dazu da die Linie zu halten und seine Truppen links und rechts zu verstärken, so, wie es sein sollte).
Spiel 1: Assassination vs Garrison of Dale, 526 Punkte
Aus allen Listen, die ich mir im Vorfeld angesehen hatte, wollte ich gegen GoD am wenigsten gerne spielen. Einfach deshalb, weil der Beschuss scary ist und ich mir meiner Infanterie-Armee gezwungen bin, möglichst schnell vorzurücken.
Von all den Szenarien habe ich mir gedacht, dass Assassination blöd wäre, weil dann Madril (F4) mein Assassine und gleichzeitig das zu beschützende Modell sein müsste.
Also, Assassination vs GoD - was für ein Start ins Turnier. :-D Es stellte sich heraus, dass das aber mein bestes Spiel werden sollte. Was half: Assassination spielt in „the dark of night“, was bedeutet, Kriegsmaschinen treffen immer nur auf die 6+ (dazu hatten wir extra noch den Schiedsrichter befragt. Die Formulierung im RB ist allerdings nicht ganz eindeutig).
Mein Ziel: Windlance Veteran, Assassine: mighty Madril
Sein Ziel: Madril, Assassine: Hauptmann
Ok, ich stelle an der Mittellinie im Pulk auf, sodass ich die ganze Armee mit Madril marschieren lassen kann. Erste Schussphase: er schießt mit beiden Lanzen auf Madril und würfelt eine 6 und eine 5, und gibt einen Punkt H mit Girion aus. Also, zwei Treffer, wie schön. Zum Glück weichen beide ab und ich entkomme glimpflich mit nur vier toten Modellen.
Bis ich in den Nahkampf komme, sterben überhaupt nur sechs meiner Krieger. Meine Armee wischt in der Folge mit seiner linken Flanke den Boden („Für Gondor“!) und mein Ziel, der Veteran, versucht verzweifelt einem wütenden Boromir zu entkommen, der sich aber mit heroischen Nahkämpfen einen Weg zu ihm durchhaut und ihn schließlich tötet (wofür er aber seine letzten drei Punkte H ausgeben muss… jaja, die Würfel, verwundet hätte ich ihn auf 3+, Wurf: 1,1,2 …).
Taktischer Plunder, Teil 1: Was ich in der Situation hätte tun sollen: Madril in Sicherheit bringen. Was ich gemacht habe: Ich habe ihn in zweite Reihe hinter die Nahkämpfe gestellt, möglichst weit vorne, weil ich mir gedacht habe, sollte der Veteran entkommen, kann ich ihn vielleicht noch mit Madril erschießen (remember: dark of night – Madril konnte höchsten 12“ weit schießen). Es kommt dann natürlich, wie es kommen muss. Ich verliere Prio, habe kein H mehr am Tisch um zu intervenieren und sein Hauptmann (=Assassine) kann Madril angreifen. Zum Glück macht nicht der Hauptmann die letzte Wunde auf Madril, sondern ein Ritter von Dale. Durch die falsche Positionierung Madrils gebe ich aber den Sieg aus der Hand und kann gerade noch ein Unentschieden (11:11) entführen, weil einer meiner Waldläufer auf Girion schießt und ihm tatsächlich ein Leben zieht (seinen verpatzten Schicksalswurf konnte er nicht mehr mit H aufbessern) – ha! Who is the shooty list now, Dale! :-D
Spiel zwei gegen Ugluks Scouts in Escort the Wounded, 526 Punkte
Taktischer Plunder Teil 2: Nachdem meine Truppen mit der Geschwindigkeit der Uruks nicht mithalten konnten, dachte ich mir folgenden Plan aus: Ignoriere die Verwundeten des Gegners und lass ihn sie sicher eskortieren. Bring meine Verwundeten mit Madril-Märschen hinter der Kampflinie, die von BigBo gehalten wird, in Sicherheit. Töte sein Banner, gewinne mit Banner VPs. Easy.
Hat bloß nicht funktioniert, weil die Uruks viel zu schnell da waren und ich mit meiner Kampflinie nicht von dem Felsen wegkam, weshalb meine Verwundeten nicht hinter der Linie vorbei eskortieren konnte. Dass ich da am Felsen festhing, hatte auch mit einer Reihe verlorener Roll-Offs zu tun (ich glaube zwei oder drei). (Und ja, einer meiner Verwundeten Marker badete mit Gollum im verbotenen Weiher von Henneth Annun :-D). Hätte ich eine Bewegung bekommen, hätte ich mit Boromir Platz schaffen (und letztlich auch den sich feige hinter seinen Linien versteckenden Ugluk bedrohen) können. So war Boromir immer gut zugestellt, sodass nicht mal heroische Nahkämpfe ihn befreit hätten und meine Verwundeten hingen fest… yei.
Final score 1:17 (weil Boromir zusätzlich noch einen heroischen NK verkackt – wieder mit einem Wurf 1,1,2 - und so nicht zu Ugluk durch kommt, sondern stattdessen eine Wunde kassiert – classic). Ugluk hat in dem Spiel vermutlich mehr Orks enthauptet als Boromir.
Natürlich hat mein sehr netter Gegner auch keinen Fehler gemacht und das sehr souverän runtergespielt, Chapeau!
Spiel 3: Stake a Claim Gegen Return of the King. 726 Punkte
Drei starke Helden (Aragorn, König der Toten und Legolas) mit nicht umzubringenden, schnellen Geistern in einem Szenario, in dem Punkte für gehaltene Marker gesammelt werden. Was kann da schon schiefgehen?
Tatsächlich steht mein Gegner ab Runde 1 auf vier von 6 Markern und enteilt in Punkten. Bis ich trotz Marsch in Schlagdistanz komme, dauert es ein wenig, was auch mit dem dichten Gelände auf der Platte zu tun hat. Es wird dominiert von einer großen Feste in der Mitte, mit zwei Eingängen, je einen auf meiner und auf seiner Seite. Das hätte einige taktische Elemente geboten, die ich besser hätte nutzen können.
Also, taktischer Plunder, Teil 3: Was ich im Nachhinein betrachtet, hätte tun sollen: Den kleinen, dreieckigen Eingang zur Festung in der Mitte mit einer Handvoll Krieger sperren und mit meiner Hauptmacht auf den Marker auf der rechten Flanke mit dem König der Toten konzentrieren. Dadurch hätte ich die Übermacht gehabt und mit Boromir auch gute Chancen den König zu töten (wenn das auch gefährlich ist, da der König ihn theoretisch mit einer Wunde töten könnte). Gleichzeitig hätte ich seine Hauptmacht und v.a. Aragorn relativ leicht vom Geschehen ausgrenzen können.
Was ich tatsächlich gemacht habe: Die Brüder mit einem Großteil meiner Streitmacht durch das Tor ins Zentrum gegen seine Hauptmacht mit Aragorn geworfen. Das Zentrum konnte ich zwar letztlich erobern und sogar Aragorn töten, aber dafür konnte ich ihm bei den anderen Markern nie richtig gefährlich werden und der König und Legolas räumten ihre jeweiligen Flanken am Ende auf. Over-commitment in der Mitte quasi. Bei den Fortification Points war mir mein Gegner (wieder ein sehr sympathischer junger Kerl, der selbst auch sehr gut gespielt hat), dann uneinholbar enteilt.
Ergebnis ein respektables 4:7.
Fazit
Man sagt ja immer, auf Turnieren lernt man das Spiel. Auch für ein vergleichsweise kleines Turnier trifft das wohl zu. Das hat einfach mit der trotz allem kompetitiveren Grundeinstellung zu tun. Man ist schon angespannter und man gibt alles um nicht zu verlieren. Trotzdem war der Umgang miteinander bei diesem Turnier fair und transparent, es gab keine gatcha!-games oder Regelstreit. Diese Kombination aus kompetitiven und gleichzeitig freundlichen und fairen Spielstilen zeichnet die MESBG Community wohl auch aus.
Mir persönlich hilft eine Reflektion immer und ich hoffe mein Spiel stetig ein wenig zu verbessern. Übung macht ja bekanntlich den Meister. Es ist schön, zumindest im Nachhinein zu erkennen, was man hätte anders und besser machen können. Vielleicht schaffe ich es ja auch einmal, das auf die Platte zu bringen :-D
Ich konnte zwar kein Spiel gewinnen, hatte aber trotzdem einen Riesen-Spaß!
Was ich definitiv aus diesen Nachbetrachtungen mitnehme, ist, dass ich in Zukunft noch mehr auf das Gelände achten sollte. Wo sollte ich aufpassen (gegen eine Felswand gedrückt zu werden, wie in Spiel 2 war nicht so ideal), was könnte man zum Vorteil nutzen (Nadelöhre halten, wie es in Spiel 3 hilfreich gewesen wäre).
Zur Armee: Reclamation ist sicher nicht super Meta, aber auch nicht schlecht. Sie hat definitiv ihre Stärken (das Banner ist Gold wert, „Für Gondor“ macht Spaß - als 40k Ork Spieler ist man verleitet „WAAAGH“ gleich mitzurufen) aber auch Schwächen (z.B. die limitierte Truppen und Heldenauswahl). Der Hauptgrund für meine Armeewahl war ja auch, das Display Board, das ich für sie gebaut habe. Dazu mach ich vielleicht noch einmal einen eigenen Bericht.
Wie auch immer, ich hoffe, euch haben diese Spielzusammenfassungen zugesagt. Lasst gerne einen Kommentar hier, was ihr anders gemacht hättet – ich freue mich über Anregungen und Austausch!
Cheerio
Lukas

































Danke! Ja, dem Display Board würd ich gerne einen eigenen Beitrag widmen.
Super Bericht! Und auf jeden Fall eine coole Liste! Dein Display Board musst du aber schon noch herzeigen! Und deinen best painted hast du ja auch verschwiegen. Ich hoffe da kommt noch was ;)
Was fürn geiler Artikel. 😍
Ich fühl mich, als hät ich mit dir mitgelernt.
Danke fürs Teilhaben lassen. 🙏
Vielen Dank für deine Betrachtungen, sehr aufschlussreich. Und ja das Board will man gerne sehen :D